Gereistes | Welt

Eine Woche Kuba? Geht auch!

13. Januar 2019

Hallo, ich hoffe, ihr habt die Feiertage gut überstanden. Ich habe meine mit lieben Menschen verbracht und noch mal meine Reise Revue passieren lassen. Wenn es euch also auch jetzt zu kalt draußen ist, dann kommt mit mir auf einen kurzen, aber schönen Trip durch Kuba. Seit Jahren wollte ich Havanna sehen. Jetzt habe ich die Gelegenheit genutzt und meine restlichen Urlaubstage aus 2018 in ein paar warme Tage investiert.

Meine Flüge waren mit Eurowings. Ich bin kein Fan geworden. Auf dem Hinweg zwei Stunden Verspätung, auf dem Rückweg sogar etwas über drei. Entschädigung gibt es erst ab vier. Aber ich will mal nicht meckern, ich bin angekommen und das Essen war auch ok.  Die 7-köpfige Raupe in mir hätte nur gern etwas größere Portionen gehabt 😀

Aber nun ab ins Warme. In Havanna angekommen war es schon sehr spät und die am Flughafen verfügbaren Geldautomaten bereits leer. Also standen alle in einer Schlange am Schalter zum Geldwechseln. Es waren zwar 2 Schalter besetzt, aber nur an einem wurde bedient. Hier konnte man sich gleich mal an das neue Tempo und ans Schlange stehen gewöhnen. Nach gut einer Stunde hatte ich dann endlich Bargeld in der Tasche und konnte mich um ein Taxi Richtung Unterkunft kümmern. Freundlicherweise hat sich ein Mitreisender, der in die gleiche Richtung musste, mit mir ein Taxi geteilt. Für Interessierte: Alleine kann man eine Fahrt in die Altstadt Havannas für 20 CUC bekommen, zu zweit zahlt man zwischen 30 und 50, reine Verhandlungssache. Übrigens sind Spanischkenntnisse sehr hilfreich. Ich habe keine. Das ist lustiger für Außenstehende, kostet aber auch ne Menge Zeit und manchmal Nerven.

Am nächsten Morgen habe ich mich dann in die Stadt gestürzt. Wunderbar! Ich liebe diese alten Gebäude im Kolonialstil. Leider sieht vieles sehr ranzig aus, aber die Struktur der Gebäude ist noch immer die Selbe wie vor 100 Jahren und viele sind hübsch bunt angestrichen. In der Altstadt kann man stundenlang umherstreifen, Gebäude ansehen und den ein oder anderen Oldtimer bewundern. Allerdings dachte ich, die Kubaner würden diese Autos mehr privat fahren. Hier waren sie fast alle im Taxi-Verkehr. Die privaten Autos waren zwar auch alt, aber nicht so gut erhalten und mehr Modell „Lada“ als amerikanische Schlitten.

Mehr als 1.000 Worte sagen bekanntlich Bilder. Hier also meine Eindrücke von Havanna.

Ob Portaits an Gebäuden oder Gemälde an Wänden oder auch Zitate und Sprüche, überall begegnen einem Spuren der Revolution. Natürlich gibt es auch ein Museum zum Thema und auf dem Platz ausgestellte Panzer und Kanonen.

Der Malecon … alle Welt erzählt von der ach so tollen Uferpromenade. Sorry, vielleicht bin ich dafür zu unromantisch. Für mich war es einfach eine laute, mehrspurige Straße mit einem breiten Bürgersteig und einem Mäuerchen, auf dem man gut sitzen und das Meer angucken kann. Nicht mehr, nicht weniger. Aber der Ausblick ist klasse 🙂

Ach, das Verrückteste hätte ich fast vergessen. Ich habe den Präsidenten getroffen. Den richtigen, aktuellen Präsidenten von Kuba. Während hierzulande schon Wochen vorher mindestens 2 Blocks die Straßen gesperrt, die Gullideckel abgedichtet und die Mülleimer entfernt werden, stand in Havanna der Präsident nebst Gattin einfach mit ein paar Securityleuten im Park. Knapp 15 Meter von mir entfernt. Ein anderer deutscher Tourist behauptet, er hätte ihm sogar die Hand geschüttelt.

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Nach zwei Tagen ging es mit dem Taxi Collectivo weiter nach Vinales. Dort hatte ich eine Casa Particular gebucht. Für nur 15 Euro/Nacht habe ich bei einer sehr süßen Familie gewohnt, die mich auch außergewöhnlich gut bewirtet hat. Natürlich kosten Frühstück und andere Mahlzeiten extra, aber mit 4 bzw. 8 CUC echt erschwinglich.

In Vinales, bzw schon auf dem Weg dorthin, waren dann auch endlich die coolen Oldtimer nicht mehr nur Taxen, sondern ganz normale Autos des Alltags. Hier im Tal des Tabaks habe ich natürlich eine Plantage besichtigt und es wurden vor meinen Augen Zigarren gedreht. Das Tal und der Ort selbst sind wirklich zuckersüß. Seht selbst. Hier ist es, als ob vor 100 Jahren die Zeit stehengeblieben ist.

Den Reitausflug habe ich mir etwas anders vorgestellt. Wir sind nicht durch offenes Tal, sondern 1,5 Stunden durch Wald geritten. Bis an einen See, an dem wir baden, essen und trinken konnten. Dann wieder durch den Wald zurück. Es hat trotzdem viel Spaß gemacht. So langsam stellte sich heraus, dass 20 CUC eine Art Einheitspreis ist. Flughafen – Havanna, 20 CUC. Taxi Collectivo Havanna – Vinales, 20 CUC. Reitausflug, 20 CUC.  Einige Stunden Taxi zu den Sehenswürdigkeiten im Tal, 20 CUC.

Nach nur 1,5 Tagen ging es dann sehr früh am Morgen mit dem Touristen-Überland-Bus Viazul nach Trinidad. Laut Fahrplan 10 Stunden Fahrt in einem auf gefühlt -2 Grad gekühlten Bus. Der Fahrer war entweder schneller oder hat Pausen gespart, jedenfalls war ich schon um 16 Uhr am Zielort. Da es bereits um 18 Uhr auf Kuba dunkel ist, habe ich nur schnell meine Unterkunft gesucht, mein Gepäck abgestellt und bin in die Altstadt, um den Sonnenuntergang zu genießen.

Am nächsten Tag war dann auch mal Strand angesagt! Mit dem Hop on/Hop off Bus ging es um 9 Uhr für 5 CUC (Hin- und Rückfahrt) los nach Ancon. Dort hält der Bus keine 10 Meter vom Strand entfernt. Hier haben unendlich viele Liegen und Sonnenschirme gewartet.  Es gab auch einsame Flecken, aber aufgrund der Hitze und mangels Schatten habe ich mich doch für eine Liege unterm Schirm entschieden. 3 Stunden habe ich gelesen, faul in der Gegend rumgeguckt und ein wenig geplanscht.

Um halb 1 ging der erste Bus wieder zurück. Für mich ok, ich wollte ja noch was von der Stadt sehen. Das habe ich dann auch den restlichen Tag ausführlich getan. Und die Stadt ist einfach wunderschön. Hier investieren die Menschen viel mehr in Farbe und andere Renovierungsarbeiten, so dass das Stadtbild wirklich bezaubert.

Leider war damit auch schon der vorletzte Tag auf Kuba zu Ende. Der nächste Tag hat mich per Viazul zurück nach Havanna gebracht und von dort zum Flughafen. Wen wundert’s? Auch wieder für 20 CUC. Im Gegensatz zu einigen Bekannten, die von Kuba erzählten, habe ich keine Erfahrungen mit überaufdringlichen Verkäufern, Schleppern oder Fahrern gemacht. Bis auf zwei Gelegenheiten hat jeder mein erstes Nein bereits verstanden. Ich habe die Menschen nicht unbedingt als übertrieben freundlich, aber  als hilfsbereit empfunden, die aus den verrücktesten Situationen einfach das Beste machen. Um einen ersten Eindruck zu bekommen, war eine Woche auf jeden Fall genug.

Bis zum nächsten Mal und guten Start ins Neue Jahr!

M.

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