Mount Totumas
Gereistes | Welt

Weiterreise durch Panama

9. April 2022

Am Sonntagmorgen wurde es Zeit für uns, die Zivilisation zu verlassen. Unsere Weiterreise durch Panama hat uns ins Hochland im Westen des Landes geführt. Unser Ziel: die Mount Totumas Cloud Forest Lodge auf ca. 1900 m Höhe und nicht weit von der Grenze zu Costa Rica entfernt. Allein die Anreise war ein Erlebnis. In einem kleinen Dorf wechselten wir von unserem Kleinbus in Jeeps, die uns eine gefühlte Ewigkeit wortwörtlich über Stock und Stein und durch Flussläufe mit und ohne Wasser, den Berg hinauf zur Lodge gebracht haben.

Mount Totumas

Oben angekommen, erwartete uns das gemütlichste Hotel, was ich je besuchen durfte. Kaum durch die Tür zum Haupthaus getreten, war man schon mittendrin. Schuhe aus und wohlfühlen! Mit offener Küche, einigen Couches und kleinen Tischen mit Stühlen fühlte ich mich wie in einem großen Wohnzimmer. Jeff und Alma haben uns herzlich begrüßt und praktisch direkt nach dem Bezug der Zimmer schon mit einem wunderbaren Mittagessen versorgt. Hier habe ich übrigens das beste Essen der ganzen Reise essen dürfen. Alma und ihre Mädels sind Zauberinnen in der Küche. So yummy!

Nachdem wir kurz die Aussicht bewundert haben, ging es auch schon los auf die Jagd. Natürlich nur mit der Kamera bewaffnet. Auf der Terrasse hingen zwei Futterstationen für Kolibris, die auch gut besucht wurden. Für unsere ersten tierischen Motive mussten wir also gar nicht weit gehen. Die Vögel sind sooo schnell! Als Anfänger komme ich da selbst mit einer sehr kurzen Verschlusszeit nicht hinterher.

Ein kleines Stück weiter auf dem Gelände gibt es eine weitere Station für Kolibis und an einer anderen Stelle noch eine für andere, größere Vögel und anderes Getier. Hier haben wir tatsächlich einen Nasenbären getroffen. Ich war verliebt. Sooo süüüüß!

Mount Totumas

Am Abend hat Jeff uns einige Aufnahmen seiner im Dschungel verteilten Wildtierkameras gezeigt und einen kurzweiligen Vortrag zu den dort lebenden, aber sehr menschenscheuen Tieren gehalten. So haben wir auch noch Jaguare, Tapire und Luchse gesehen.

Am nächsten Morgen ging es dann wieder selbst in den Dschungel. Im März haben einige sehr seltene Vögel Brut- bzw. Balzzeit und wir hofften natürlich sehr, den Quetzal zu Gesicht zu bekommen. Zwar ist auch der Bellbird (dreilappiger Glockenvogel) sehr hübsch und eher selten zu sehen, aber irgendwie ist der Quetzal mystischer. Wir waren alle neugierig auf den Vogel mit seinen leuchtenden Farben und im Falle des Männchens mit bis zu einem Meter langen Schwanzfedern. Sina und Jan waren nun schon das dritte Jahr hier und hatten ihn bisher noch nicht entdecken dürfen. Unser Guide Reinaldo hat uns am Haupthaus abgeholt und los gings.

Mount Totumas

Was soll man sagen? Reinaldo hat Superkräfte. Oder sein Vater war ein Adler. Vielleicht hat er auch bionische Augen. Man weiß es nicht. Jedenfalls hat er immer wieder einen Halt gemacht und uns erzählt, was er für Vögel gesehen hat. In atemberaubender Geschwindigkeit hat er sein Spektiv aufgestellt und ausgerichtet, so dass auch wir die Tiere bestaunen konnten. Mal ehrlich, auch als ich genau wusste, wo der Vogel sitzt und wonach ich Ausschau halten musste, konnte ich maximal einen winzigen Punkt in der Ferne ausmachen. Kein Plan, wie Reinaldo das mal eben so im Vorbeilaufen sehen kann. Und tatsächlich haben seine Superkräfte sowohl Bellbirds (leider viel zu weit weg für meine Kamera) und – tadaaaa – ein Quetzal-Pärchen entdeckt. Ich war (und bin noch immer) so happy, dass ihr jetzt hier mit den qualitativ nicht so dollen Bildern leben müsst 🙂

Mount Totumas
Aussicht von der Terrasse

Unsere Wünsche wurden in der Mount Totumas Lodge also alle erfüllt. Und ihr merkt es, ich bin so begeistert, dass allein der erste Abschnitt in diesem Beitrag so lang wurde, dass er ein eigener Beitrag hätte sein können. 🙂

Boquete – Brückentour und Finca Dos Jefes

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen fuhren die Jeeps uns wieder zum Treffpunkt mit dem kleinen Bus, der uns nach Boquete brachte. Boquete selbst ist für meinen Geschmack zu touristisch und ich freute mich, dass unsere Unterkunft etwas außerhalb lag. In dieser Gegend ist der Kaffee und Gemüseanbau sehr verbreitet. Also haben wir eine Kaffeefarm besucht. Aber natürlich nicht irgendeine, sondern eine mit einer besonderen Geschichte und mit außergewöhnlich guten Leistungen für die Angestellten und deren Angehörige. Mehr darüber auf der Website der Finca Dos Jefes.

Unser Guide Amy ist selbst schon viele Jahre auf der Farm beschäftigt und lebt und liebt ihren Beruf gleichermaßen. Man merkte ihr die Liebe zur Farm bei jedem Schritt an. Sie hat uns genau den Prozess erklärt, wie die Pflanzen gepflegt, die reifen Kaffeebeeren einzeln geerntet und anschließend weiterverarbeitet werden. Die Finca Dos Jefes ist eine der wenigen, in der alle Arbeitsschritte noch selbst und von Hand und darüber hinaus auch nach den Mondphasen durchgeführt werden. Daher auch der Name des Kaffees.

Amy hat zum Abschluss zwei verschieden starke Röstungen für uns zubereitet. Die Kaffeetrinker in unserer Gruppe waren alle begeistert. Anscheinend ist der Kaffee wirklich besonders gut. Ich habe tatsächlich auch probiert. Schmeckt halt nach Kaffee. Schade. *schüttel*

Als wäre das nicht schon beeindruckend genug gewesen, haben wir am Nachmittag eine weitere Wanderung gemacht. Sechs Hängebrücken führten durch den Regenwald.

Boquete

Wunderschöne Aussichten, Pflanzen und Tiere waren die Belohnung für etwas über 4 km Wanderung über Stock und Stein und eben Brücken. Unser Guide Ingrid hat sogar einige Kolibri-Nester entdeckt.

Da dieser Beitrag schon wieder länger geworden ist, als ich eigentlich geplant hatte, werde ich hier einen Cut machen und beim nächsten Mal weitererzählen. So habt ihr noch was, auf das ihr euch freuen könnt. Dann geht es nämlich an die Karibikküste. Wir besichtigen eine Kakaofarm und verbringen viel Zeit auf und zwischen den tollen Inseln der Provinz Bocas del Toro.

Wer den Beginn der Reise noch nicht gelesen hat, wird hier fündig. Da sind wir in Panama City und Umgebung unterwegs, bis hin zur Pazifikküste.

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    1. Danke Melanie,
      der war wirklich winzig. Ohne Ingrid hätten wir den nie gefunden. Und nah ran sind wir natürlich auch nicht, um ihn nicht zu stören. Einer der vielen beeindruckenden Momente unserer Reise.

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